Vorlesung Keio 2009/2010
Anthropologie nach Hannah Arendt
Das Phänomen totaler Herrschaft (Nationalsozialismus, Stalinismus) bestimmt vor dem Hintergrund der eigenen Herkunft aus dem assimilierten deutschen Judentum gewiß die politische Theorie von Hannah Arendt (geb. 1906 in Hannover, gest. 1975 in New York). Die Vorlesung beschäftigt sich jedoch weniger mit ihrem bekanntesten Buch „The Origins of Totalitarianism“ (New York 1951, dt. „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“, Frankfurt am Main 1955), vielmehr mit ihrem anthropologischen Hauptwerk „Vita activa oder Vom tätigen Leben“ (zuerst unter dem Titel „The Human Condition“, Chicago 1958), dessen ursprünglicher Titel „Amor mundi“ („Liebe zur Welt“) lauten sollte. Arendts systematische wie historische Frage, „was wir eigentlich tun, wenn wir tätig sind“, führt - durchaus mit Rücksicht auf das kontemplative Leben („vita contemplativa“) und im Rückblick auf die Antike - zur erneuerten Unterscheidung von „Arbeit“, „Herstellen“ und „Handeln“. Inwiefern Arendts offene Frage nach einer geglückten menschlichen Existenz auch die heute sich global ausbreitende Arbeits- und Konsumgesellschaft kritisch betrifft, sollen Lektüre, historischer Kommentar und systematische Kritik extrapolieren.
Text: Hannah Arendt: Vita activa oder Vom tätigen Leben. Serie Piper 3623, 5.Aufl. München 2007.
Zusätzliche Texte und Materialien werden auf Wunsch zur Verfügung gestellt.
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5
Teil 6
Teil 7
Teil 8
Teil 9
Teil 10
Teil 11
Teil 12
Teil 13
Teil 14
Teil 15
Teil 16
Teil 17